Einzelhaltung

Einzelhaltung unerwünscht!

Lieber Tierfreund

Sicher hast Du Dich schon viel mit dem Thema “Katzenkauf” beschäftigt und so manche Internetseite und gut gemeinte Ratschläge und praktische Tipps studiert. Nun liegt wieder so eine Seite vor Dir und bevor ich beginne, möchte ich Eines vorausschicken:

Der Mensch glaubt ja immer, Gott spielen zu können und genau zu wissen, was gut und richtig für all jene ist, die sich nicht artikulieren können, die weder sprechen, noch weglaufen oder sich sonst irgendwie äußern können – die Tiere. Und in genau diesem Wissen haben wir überklugen Menschen bereits die halbe Welt ausgerottet. Tausende Arten sind unwiederbringlich dank uns verloren gegangen, die Korallenriffe sterben, die Meere sind vermüllt, die Luft verpestet. Auf unseren Grills liegt billiges Fleisch von Schweinen, die nie das Sonnenlicht sehen durften. Wir genießen am Sonntagmorgen frische Eier vom Bio-Huhn und wissen dabei ganz genau, wo sie in Wahrheit herkommen. Auf Ausstellungen können wir seltsame Wesen bestaunen: Katzen ohne Fell oder mit plattgedrückten Köpfen, Hunde mit verkrümmten Gliedmaßen, Fische mit dicken Bäuchen (wie lustig sie doch aussehen) – Ergebnisse von Qualzuchten, gemacht für unsere Eitelkeit. Wie egal ist uns doch das unendliche Leiden der Tiere geworden.

Ich kann nicht viel dagegen tun. Ich kann nur versuchen zu erreichen, dass es MEINEN Tieren hier bei mir und auch bei ihren zukünftigen Besitzern gut haben, dass sie weitgehend artgerecht leben können und zusammen mit ihren menschlichen Partnern gesund ein hohes Alter erreichen. Wenn ich das schaffe, habe ich einen sicher nur kleinen, aber für mich ungemein wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer bunten und immer noch schönen Welt geleistet.

Deshalb diese Seite und die gesamte Website unserer Cattery.

Gegen Einzelhaltung von Wohnungskatzen
Heilige Birma in blue-tabby-point und seal-point – „Qyshawn und Heaven von der weißen Fee“

Lieber KEINE Katze als nur EINE Katze

Ganz gleich welche Rasse, eine allein gehaltene Wohnungskatze ohne uneingeschränkten Freigang ist nur selten wirklich glücklich. Wir möchten damit nicht ausdrücken, dass eine Heilige Birma oder Britisch Kurzhaar ungesicherten Freigang erhalten soll. Ungesicherter Freigang würde ihr aufgrund der Zutraulichkeit und des angezüchteten Vertrauens zum Menschen recht frühzeitig das Leben kosten. Diese Rassen sind Wohnungskatzen, die wenn überhaupt, nur gesicherter Freigang erhalten sollten. Doch eine Wohnungskatze braucht einen kätzischen Partner, denn das feline Sozialverhalten können wir Menschen ihr trotz aller Liebe und Fürsorge nicht ersetzen!

Keine Einzelhaltung von Wohnungskatzen
gemeinsam Katzenkino schauen

Wir in unserer Cattery sind prinzipiell gegen Einzelhaltung. Unsere Katzen sind Einzeljäger, aber keine Einzelgänger! Katzen benötigen unbedingt den Sozialkontakt von Artgenossen. Eine freilaufende Katze wird diesen Kontakt und das Sozialbedürfnis meist im Freigang stillen. Dort begegnet sie Artgenossen, wird positive aber auch negative Erfahrungen mit ihnen machen. Unsere in Gefangenschaft lebende Wohnungskatze hat diese Möglichkeit nicht. Hat sie keinen Artgenossen als Partner, wird sie Zeit ihres Lebens nie wieder feline (kätzische) soziale Verhaltensweisen zeigen können.

Das kann und darf nicht sein! Oder möchtet ihr allein in einer Welt von Katzen leben, ohne jemals wieder einen Menschen zu begegnen?

Deshalb geben wir keines unserer Babys in Einzelhaltung, denn Einzelhaltung bedeutet für unsere Wohnungskatzen Einzelhaft. Nur in wenigen Ausnahmefällen vermitteln wir ab und an ein älteres Tier in Einzelhaltung, aber wirklich nur sehr selten. Selbst ältere Tiere, die sich in einer potenten Katzengruppe wie bei einem Züchter als nicht sonderlich sozial zeigen, verhalten sich als Kastrat einem kätzischen Mitbewohner gegenüber vollkommen anders. Deswegen gehen auch unsere älteren Katzen nur höchst selten in Einzelhaltung.

Zwei kätzische Freunde

Diese beiden Kater verbringen ihre Zeit gern gemeinsam. Heilige Birma „Louis vom Paoniengarten“ und Britisch Kurzhaar „Aslan von der weißen Fee“. Das Aquarium als Katzenkino ist sehr beliebt.


Einzelhaltung – Aus den Augen einer Katze gesehen

Hallo und willkommen, lieber Menschenfreund! Wenn du dich auf den Seiten hier schon umgesehen hast, dann sind wir uns schon begegnet. Wenn nicht, dann treffen wir uns sicher noch: ich bin der Kasper – ein klein gebliebener Hauskater, der sich irgendwo in einer Provinzstadt ein paar Menschen als Hofstaat hält. Sie dürfen mich bewirten und verwöhnen und im Gegenzug versorge ich sie ab und an mit kleinen Geschichten rund um das Katzenvolk.


Auf meinen Streifzügen durch die Straßen sitze ich oft an den Fenstern und beobachte sie, diese Menschen. Vor allem aber beobachte ich meine Kollegen, die Katzen! Manchmal staune ich, was es da so an Vertretern meiner Art gibt und neben diesen Schönheiten mit dem langen Fell, den tiefblauen Augen oder den Farbschlägen in strahlendem Weiß komme ich mir in meinem schwarz-weißen Straßenanzug manchmal richtig minderbemittelt vor. Doch dann sage ich mir, dass ich einen großen Vorteil habe: ich darf raus! Ich kann mir meinen Tag gestalten wie ich möchte, begegne Abenteuern, muss Gefahren meistern, alles ist jeden Tag spannend!

Du ahnst, worauf ich hinaus will? Ja, richtig: Oft blicke ich durch die Fensterscheiben zwar in tiefblaue – zugleich aber todtraurige Katzenaugen. Da sitzt sie nun, die Siam, die Perser oder die Birma. Sie ist allein, es gibt Nichts zu tun. Der Futternapf ist voll, aber es gibt keine Notwendigkeit zu fressen. Alles ist trist und es werden noch viele Stunden vergehen, ehe Frauchen oder Herrchen nach Hause kommen. Jeden Tag aufs Neue dieses endlose Warten, diese gähnende Langeweile …

Darüber möchte ich mit dir, lieber Mensch, reden.
Hmmm … Wie sage ich das jetzt, damit du nicht den Eindruck hast, ich führe ein Verkaufsgespräch … Ich weiß ihr als Zweibeiner habt, glaube ich, ein ähnliches Problem: Da ist ein junges Pärchen, heiratet, zieht zusammen, erst Wohnung, dann Reihenhaushälfte, dann Villa, dann Finca und irgendwann kommt ein Kind. In den kleinen Matz wird die ganze Liebe, das ganze Geld und die ganze verbleibende Zeit der glücklichen Eltern gesteckt! Alles ist da: der PC zum dritten Geburtstag, das Smartphone zum Fünften, die Waldorf-Schule, das Auto mit 17, immer Markenklamotten, überall dabei, es scheint perfekt.

Es scheint.
Irgendwann wird der kleine Matz 30 sein, und dann wird er fragen: ”Mama? Warum hatte ich eigentlich nie Geschwister? Immer war ich allein und eigentlich hab ich viel verpasst …!”

Siehst du, uns Katzen geht es ähnlich: Du hast vor, dir ein Tier zu kaufen und informierst dich gerade über das Wo, Wie und Was. Das ist lobenswert und ich möchte dir einen Rat mit auf den Weg geben: Es ist durchaus möglich, dass dein neuer Hausbewohner eines Tages genauso traurig und in der Folge auch ernsthaft krank werden kann, wie ich es oben beschrieben habe: weil du etwas ganz Wichtiges übersehen hast:

Richtig, das Geschwisterkind!
Überlege VOR dem Erstehen eines Tieres, welche Bedingungen bei Dir herrschen und in den nächsten Jahren herrschen werden und was für ein Tier du dir zulegen möchtest:

Ist es eine Hauskatze – so wie ich -, die Freigang und Auslauf bekommt? Alles gut, kein weiteres Tier notwendig!

Ist es ein Rassetier und bei dir zu Hause lebt keine andere Miez?
STOP!

Ich möchte an dieser Stelle, dass du einen Test machst! Und zwar am nächsten Samstag! Schlüpfe in die Rolle deiner Katze! Setz dich morgens 7:00 Uhr auf das Fensterbrett und starre bis gegen 17:30 Uhr den Katzen-Kratzbaum an! Um 12:00 Uhr darfst du eine Pause machen, auf’s Clo gehen und was essen! Aber aus dem Napf, der neben dem Kratzbaum steht!

Wenn Du am Abend immer noch der Meinung bist, dass der Kauf EINER Katze gut und richtig war, dann rasiere ich mir mein Fell und geh ab morgen als Nacktkatze!

Nein im Ernst: Berate dich mit deinem Züchter oder dem Tierheimmitarbeiter oder was auch immer und sei dir von Anfang an im Klaren, dass Einzeltierhaltung unter Umständen reine Tierquälerei ist! Analysiere die Bedingungen bei dir zuhause! Sind dir zwei Tiere nicht möglich, dann lieber einmal mehr verzichten und dem Tier jahrelanges Leiden ersparen!

Bist du von der Idee EINER Katze nicht abzubringen, dann entscheide dich für eine Hauskatze mit Freigang! Die Tierheime sind überfüllt und jedes dieser Geschöpfe hat ein schönes Leben verdient!

Und ganz am Schluß: Kaufe NIE ein Tier aus dem Bauch heraus, wie zum Beispiel auf einer Tierausstellung oder Messe oder Ähnliches! Es gibt nur einen WEG, der aus drei goldenen Buchstaben besteht:

Ü – I – Ü: Überlegen – Informieren- Überlegen!

Danke für deine Zeit! Vielleicht sehn wir uns ja mal. Ich sitze an deinem Fenster und werde sicher in frohe Katzenaugen blicken!
Bis dahin – Dein Kasper!

Katzenfreundschaft
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Britisch Kurzhaar und Heilige Birma